Wow, was für ein Auftakt in das Jahr 2026. Es ist so viel passiert, dass man leicht den Überblick verlieren kann. Mit diesem Quartalsupdate werde ich zum einen auf die übergeordneten Marktgeschehnisse eingehen, zum anderen aber natürlich auch ein detailliertes Update zu meinem Portfolio, mit all meinen Käufen und Verkäufen, abgeben. Und so viel sei gesagt, es ist nicht nur einiges an den Märkten passiert, sondern auch im Portfolio hat sich eine Menge getan (was eigentlich kein Qualitätsmerkmal ist).
Software-Apokalypse
Nachrichtentechnisch verlief der Januar noch relativ ruhig und das Portfolio konnte in den ersten 2 Wochen fast 5% zulegen. Inmitten der Earnings-Season für das abgelaufene 4. Quartal 2025 ging es Anfang Februar mit der Familie für eine Woche in den Skiurlaub, was allerdings auch zeitgleich den Auftakt für einen breit angelegten Abschwung des Softwaresektors darstellte und von den Medien äußerst bescheiden und zurückhaltend als „SaaSmargeddon“ bzw. „SaaSpocalypse“ betitelt wurde. Dieser Abschwung wurde durch leichte Verfehlungen bei den Quartalszahlen von u.a. Microsoft, SAP und ServiceNow ausgelöst, gepaart mit dem neuen Release von Anthropic (Claude Opus 4.6) und OpenAI (GPT-5.3) die aufgrund der Coding-Fähigkeiten dieser neuen Modelle zusätzliche Angst bzw. das wahrgenommene Risiko der Austauschbarkeit von Software deutlich erhöht hatten. Das neue Narrativ ist seitdem: KI erhöht nicht mehr nur die Produktivität von Software, sondern ist dazu in der Lage sie komplett zu ersetzen.
In der Folge sind Softwareunternehmen teilweise bis weit über 30% eingebrochen, ohne dass dies in den fundamentalen Daten (Umsätze, Gewinn, Margen) bisher sichtbar wäre.
Hier mal ein paar der bekanntesten Beispiele:
Eingebrochen ist so ziemlich jedes Unternehmen das mit Software und Daten zu tun hat, so z.B. auch Medienkonzerne und Anbieter von Datenanalysetools wie Thomas Reuters, Fact-Set, S&P Global oder NASDAQ.
AI CAPEX-Investitionen to the moon
Ein weiterer Belastungsfaktor für die Märkte waren die Ankündigungen der Hyperscaler, ihre CAPEX-Ausgaben, von bisher 380 Mrd. $ in 2025 auf ca. 675 Mrd. $ in 2026, massiv zu erhöhen. Die Begründung dafür lautete einhellig, dass die Nachfrage nach Rechenkapazitäten die Liefermöglichkeiten aktuell deutlich übersteigt und die Backlogs Quartal für Quartal weiter ansteigen.
Der Markt nimmt dies wiederum mit gemischten Gefühlen war, da befürchtet wird das der ROI (Return on Investment) zu niedrig ausfallen wird, um diese hohen Investitionen zu rechtfertigen.
Dazu gesellen sich sorgen rund um die Tragfähigkeit des Geschäftsmodells von OpenAI, für die allein in 2026 ein Nettoverlust zwischen 14 – 17 Mrd. prognostiziert wird und die Abhängig von immer neuen Finanzierungsrunden sind. Aktuell scheint dieses Modell zu funktionieren, denn in der letzten Finanzierungsrunde im März konnte OpenAi noch ca. 110 Mrd. Dollar durch Investitionen von Amazon Nvidia und Softbank einnehmen.
Doch es stellt sich die Frage, wie lange Investoren noch bereit sind, dauerhaft hohe Milliardenbeträge in ein bisher stark unprofitables Geschäftsmodell zu pumpen. Denn die Konkurrenz mit Alphabet (Google) und Anthropic ist groß und technologisch aktuell mal mindestens auf Augenhöhe.
Parallel dazu bleibt abzuwarten, welche Gefahr von den zirkulären Investments der bekannten KI-Unternehmen wie Nvidia, AMD, Oracle und natürlich auch OpenAI ausgeht?
Das Problem ist folgendes: Nvidia investiert 100 Mrd. in OpenAI, die dieses Geld u.a. dazu nutzen Rechenkapazitäten von Microsoft zu kaufen. Microsoft wiederum muss dafür Chips von Nvidia kaufen, um die notwendigen Rechenleistungen zur Verfügung stellen zu können. Somit fördert Nvidia durch seine Investitionen indirekt das eigene Umsatzwachstum und damit auch die systemischen Risiken, sollte einer der beteiligten Akteure in Probleme geraten.
Irankrieg
Und als wäre das alles nicht genug, gesellt sich seit Ende Februar noch ein militärischer Konflikt im Iran dazu, der am 28. Februar mit massiven Luftangriffen der USA und Israel startete und dabei zur Tötung des obersten Führers, Ali Chamenei, führte.
Neben militärischen Gegenschlägen hat der Iran vor allem durch die Sperrung der Straße von Hormus auf die Angriffe reagiert. Dies ist deswegen kritisch, da durch die Straße von Hormus ca. 20% der weltweit geförderten Ölmengen exportiert werden. Dementsprechend ist der Ölpreis von $73 Ende Februar auf $110 Ende März sprunghaft angestiegen und sorgt damit für weltweite Inflationssorgen, die weiter steigen, je länger der Konflikt anhält.
Ende März wurden die ersten vorläufigen Inflationsdaten veröffentlicht und diese zeigen bereits einen deutlichen Anstieg, welcher vor allem durch hohe Energiepreise getrieben ist.
Sollten Donald Trump und die USA die Situation um den Iran falsch eingeschätzt haben und sich der begonnene Konflikt deutlich länger hinziehen, wird dies die Märkte weiter verunsichern und vor allem den innenpolitischen Druck auf Trump weiter erhöhen. Denn der große Teil der amerikanischen Bevölkerung hat kein Interesse, in einen langanhaltenden Krieg mit dem Iran hineingezogen zu werden.
Meiner Meinung nach kann hier aktuell alles passieren, von einer weiteren Eskalation des Konflikts, bis hin zu einem abrupten Ende.
Meine Einschätzung
Der Irankonflikt hat für mich keine großen Auswirkungen auf die langfristige Entwicklung meiner Portfolio-Unternehmen und somit spielt er in meinen Anlageentscheidungen auch keine große Rolle.
Was langfristig eine Rolle spielen wird, ist KI! Künstliche Intelligenz wird sich weiterentwickeln und auf der einen Seite viele bestehende Geschäftsmodelle disruptieren. Auf der anderen Seite werden dafür aber auch ganz neue Geschäftsmöglichkeiten entstehen, wobei die zeitliche Abfolge und die Auswirkungen auf die Realwirtschaft ungewiss bleiben. Wer hier langfristig die großen Profiteure sein werden, steht heute vermutlich noch nicht fest. Aktuell empfinde ich die Kursverwerfungen bei vielen Unternehmen jedoch für übertrieben, da der Markt hier momentan nach dem Motto, „alle in einen Sack“, verfährt.
Auf der anderen Seite gefallen mir die zirkulären Investments vieler KI-Unternehmen überhaupt nicht! Momentan erweckt dies bei mir den Eindruck, dass hier jede Menge künstlicher Umsatz erzeugt wird. Hier bleibe ich auf jeden Fall wachsam und bleibt zu hoffen, dass es zu keinem negativen Dominoeffekt kommt, sollte einer der Steine fallen.
Summa summarum herrscht momentan sehr viel Angst bei den Marktteilnehmern, was in der jüngeren Vergangenheit eigentlich immer egute Gelegenheiten um zum kaufen signalisiert hat.
Ich habe die schlechte Stimmung im abgelaufenen Quartal jedenfalls genutzt und neben den Erlösen von 2 Verkäufen nahezu mein komplettes Cash für Zukäufe und die Eröffnung von 2 neuen Positionen aufgewendet.
Portfolio-Transaktionen
Damit kommen wir nun zu den Portfolio-Transaktionen, welche dieses Quartal deutlich höher ausgefallen sind, als ich das üblicherweise vorhabe. Ich hoffe aber, dass durch meine nachfolgenden Begründungen, die Aktivitäten nachvollziehbar werden.
Mastercard (Verkauf) / Visa (Nachkauf) & MSCI (Verkauf) / S&P Global (Nachkauf)
Ich habe lange darüber nachgedacht und mich dann schlussendlich dazu entschlossen, sowohl Mastercard, als auch MSCI zu verkaufen. Diese Entscheidung hat nichts mit der eigentlichen Qualität oder der fundamentalen Entwicklung dieser Unternehmen zu tun! Ganz im Gegenteil, ich bin weiterhin sehr bullisch für diese Werte und habe die Entscheidung im Sinne der weiteren Konzentration, als auch Diversifikation des Portfolios getätigt.
Das liest sich zunächst erstmal wie ein Widerspruch, ist meiner Meinung nach aber keiner, wenn man folgende Überlegungen mit in Betracht zieht:
Denn sowohl Mastercard, als auch MSCI haben in ihrem Geschäftsmodell starke Überlappungen mit Visa und S&P Global, die ebenfalls Bestandteil meines Portfolios sind.
Visa und Mastercard betreiben beide globale Zahlungsnetzwerke, die zusätzlich Serviceleistungen wie Fraud-Protection und Cybersecurity oder Datenanalyse und Beratungsleistungen anbieten und Value Added Services (VAS) genannt werden. Mastercard hat hier in der Vergangenheit stärker auf die VAS gesetzt, wogegen Visa das größere Netzwerk besitzt (Visa ca. 14-15 Billionen Transaktionen; Mastercard ca. 9 Billionen Transaktionen).
Ähnlich verhält es sich mit S&P Global und MSCI, die beide sowohl ein Index-, als auch ein Analytics-Segment besitzen. Die Überlappungen sind hier nicht ganz so groß wie bei Visa und Mastercard, da S&P Global zusätzlich noch eine große Säule im Rating-Segment betreibt. Dieses ist zwar zyklischer, bietet dafür aber sehr hohe Margen (die operative Marge in 2025 betrug ca. 66%) und ist zudem hochprofitabel. Zusammen mit Moody´s und Fitch bildet S&P Global ein Triopol bei der Bewertung von Staats- und Unternehmenskrediten, wobei S&P Global (45-50%) und Moody´s (30-32%) mit ihren Marktanteilen die Platzhirsche darstellen.
Bei S&P Global hatte ich schon lange den Wunsch, diesen Wert zu einem Eckpfeiler meines Portfolios auszubauen, da ich es für ein unzerstörbares Unternehmen mit tiefem Burggraben halte.
Durch die „SaaSpocalypse“ ist auch S&P Global kurstechnisch stark unter die Räder gekommen, sodass die Bewertung wieder unter den Durchschnitt der letzte 10 Jahre gesunken ist. Die Gründe dafür kann ich bis dato nicht nachvollziehen, da S&P Global vor allem über solche Daten verfügt, die öffentlich nicht zugänglich sind und die Bedrohung von KI für meine Begriffe somit abschwächt.
Zusammengefasst habe ich mich für die Verkäufe von Mastercard und MSCI entschieden, da sie aufgrund ihres ähnlichen Geschäftsmodells zu Visa und S&P Global keinen großen Mehrwert für das Portfolio geliefert haben. Aus den Verkaufserlösen habe ich vor allem die Zukäufe von S&P Global, sowie eine etwas kleinere Aufstockung bei Visa finanziert. Der Restbetrag ist in 2 neue Käufe geflossen, die das Portfolio auch um 2 neue Branchen erweitern und damit gleichzeitig auch die Diversifikation meines ansonsten sehr konzentrierten Portfolios erhöhen.
GE Aerospace (Kauf)
Damit wären wir dann auch bei der perfekten Überleitung zu meinem ersten Neukauf. Es handelt sich dabei um GE Aerospace, ein Luftfahrtunternehmen und Überbleibsel des vormals ikonischen Konglomerats General Electric. GE hatte in 2021 angekündigt sich in drei unabhängige Unternehmensteile aufzuspalten: GE HealthCare (Gesundheit), GE Vernova (Energie) und GE Aerospace (Luftfahrt). Dieser Prozess ist seit 2024 abgeschlossen und seitdem agieren alle drei Bereiche als eigenständige Unternehmen.
GE Aerospace ist Hersteller von Flugzeugtriebwerken, sowohl in der zivilen, wie auch der militärischen Luftfahrt. Den hohen Profit machen sie dabei nicht mit dem Verkauf der Triebwerke (diese verkaufen sie teilweise zum Selbstkostenpreis), sondern mit dem extrem profitablen Servicesegment das aus Wartung, Reparatur und Überholung (MRO) sowie dem Verkauf von Ersatzteilen über den gesamten Lebenszyklus eines Triebwerks (oft 25–30 Jahre) besteht.
GE dominiert den Markt für Schmalrumpfflugzeuge (Narrowbody-Flugzeuge) in einem Joint-Venture mit dem französischen Konzern Safran (CFM International), den sie sich darüber hinaus im Wesentlichen mit dem amerikanischen Hersteller Pratt & Whitney (gehört zu RTX) aufteilen. Darüber hinaus gibt es das Marktsegment der Großraumflugzeuge (Widebody-Flugzeuge), in welchem sie wiederum mit dem britischen Unternehmen Rolls-Royce konkurrieren. GE ist dementsprechend in einem doppelten Duopol aktiv, dass geprägt von extrem hohen Markteintrittsbarrieren ist.
Es ist nämlich nahezu unmöglich in das Marktsegment der Triebwerkshersteller einzudringen, da die Entwicklung eben solcher technisch extrem herausfordernd ist, teilweise 10-15 Jahre Entwicklungszeit benötigt und zudem extrem Kapitalintensiv (mehrere Milliarden) ist.
Es ist sehr unwahrscheinlich das jemand das Risiko eines breit angelegten Markteintritts eingehen wird, da es neben dem technologischen Vorsprung und des hohen Kapitalbedarfs zusätzlich noch extrem hohe regulatorische Hürden gibt, da sowohl die amerikanische (FAA), als auch die europäische (EASA) Luftfahrbehörde aus Sicherheitsgründen extrem aufwendige Tests und Zertifizierungsprozesse verlangen, die teilweise mehrere Jahre in Anspruch nehmen können.
Ein weiterer Vorteil ist die installierte Basis von GE-Triebwerken, welche schätzungsweise aus 70.000 – 80.000 Triebwerken besteht. Somit treiben sie etwa 3 von 4 kommerziellen Flügen weltweit an und zementieren damit ihre Marktdominanz.
Ich habe hier den leichten Abverkauf Ende März genutzt und eine erste Position bei $275 eröffnet. Die Bewertung ist dabei mit einem aktuellen KGV von 35 immer noch ziemlich sportlich, aber in diesem Marktsegment ist dies aufgrund der hohen Profitabilität und Markteintrittsbarrieren nicht unüblich und eher im Bereich des historischen Durchschnitts.
Ich werde die Entwicklung hier weiter engmaschig verfolgen und bei weiterer Schwäche weiter zukaufen.
Berkshire Hathaway (Kauf)
Der zweite Neukauf beläuft sich auf niemand anderes, als Berkshire Hathaway. Zu dem Unternehmen muss glaube ich nicht mehr viel gesagt werden. Berkshire gibt meinem Portfolio eine zusätzliche Note, die mir sonst kein anderes Unternehmen auf der Welt zur Verfügung stellen kann. Und das sind aus meiner Sicht die folgenden Aspekte:
- Sie verfügen über enorme Expertise in zwei Bereichen, in die ich niemals auf eigene Faust investieren würde: Banken und Versicherungen.
- Berkshire kann diese Sektoren für mich abdecken, und zwar mit einigen der weltweit besten Experten und einer nachgewiesenen Erfolgsbilanz.
- Im Energiegeschäft gibt es aufgrund der KI-getriebenen Nachfrage ein enormes, langfristiges Aufwärtspotenzial.
- Es ist ein defensives Investment in einem Markt mit historisch hohen Bewertungen und verfügt über jede Menge „trockenes Pulver“ (Cash-Reserven), falls es ungemütlich wird.
- Im Falle einer Rezession, Krise, eines Crashs oder was auch immer, hat Berkshire die Ressourcen und das Netzwerk, um überdurchschnittlich zu profitieren (man denke etwa an die Finanzkrise, als Berkshire Kredite an verschiedene Unternehmen vergab und durch Vorzugsaktien und den Kauf von Schuldtiteln Unmengen an Geld verdiente).
- Berkshire Hathaway ist aufgrund ihrer Diversifikation, finanziellen Stabilität, ihres integren Managements und einer wertebasierten Unternehmenskultur die auf Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und Prinzipientreue beruht ein Unternehmen für die Ewigkeit.
Ich habe mich hier Anfang März für einen Einstieg entschieden, nachdem der neue CEO, Greg Abel, öffentlich kommunizierte das Berkshire angefangen hat eigene Aktien zurückzukaufen. Dies tun sie ausnahmslos nur dann, wenn das Management davon überzeugt ist, dass die eigenen Aktien unterbewertet sind. Und wer bin ich, dieser Ansicht zu widersprechen?
Hermés (Verkauf / Kauf)
Der Luxuskonzern Hermés war zu Beginn des Jahres bereits mit einer kleinen Gewichtung in meinem Portfolio vertreten. Anfang Januar hatte ich mich dann aber dazu entschlossen, den Wert bei 2.200 € zu verkaufen.
Der Grund war, dass die Bewertung mit einem KGV von ca. 50 extrem hoch war und ich hier kein großes Aufwärtspotenzial mehr gesehen habe (vor allem im Vergleich zu anderen Qualitätstiteln).
Es stellte sich heraus, dass dies der fast perfekte Zeitpunkt für einen Verkauf war, denn danach ging es eigentlich fast nur noch bergab. Das war natürlich pures Glück, da ich kurzfristig mit solch einem Rückgang niemals gerechnet hätte!
Von daher war Hermés eigentlich überhaupt nicht in meinem Fokus, aber an der Börse muss man flexibel sein und Gelegenheiten nutzen, wenn sie sich einem bieten. Dementsprechend habe ich seit März wieder angefangen die Position neu aufzubauen und dabei mehrere Käufe im Bereich zwischen 1.900 € und 1.600 € getätigt.
Microsoft (Nachkauf)
Das meiste Kapital ist dieses Quartal in die Aufstockung von Microsoft geflossen. Hier habe ich ebenfalls schon länger auf einen kaufenswerten Rücksetzer gewartet und habe dementsprechend mit beiden Händen voll zugegriffen.
Bei Microsoft kommt aktuell alles zusammen was zusammenkommen kann. Auf der einen Seite kursieren momentan gravierende KI-Ängsten (Disruption von Software). Auf der anderen Seite steht der Markt den hohen CAPEX-Investitionen in die KI-Infrastruktur extrem skeptisch gegenüber. Wenn man drüber nachdenkt macht das eigentlich wenig Sinn, oder? Hinzu gesellt sich aktuell noch die Verflechtung mit OpenAI. Im letzten Jahr wurde dies von Investoren noch als großer Vorteil ausgelegt. Heute wird dies eher mit Sorge betrachtet.
Ich halte die aktuellen Bedenken für übertrieben und bin davon überzeugt das Microsoft langfristig ein Profiteur von KI sein wird. Denn sie besitzen ein sich selbst verstärkendes Ökosystem aus Software (Windows und Office) und Cloud-Infrastruktur (Azure) das weltweit so tief mit der IT-Infrastruktur der meisten großen Unternehmen verwoben ist, dass es nahezu unmöglich für diese Unternehmen ist, von Microsoft auf einen anderen Anbieter zu wechseln.
Zudem ist die Bewertung für Microsoft mittlerweile auf einem Niveau angelangt, dass letztmalig in 2014 zu beobachten war. Für mich ist Microsoft auf dem aktuellen Niveau ein absoluter No-Brainer und ich bin geneigt die aktuelle Kauflaune auch im nächsten Quartal aufrecht zu erhalten!
Vinci (Nachkauf)
Vinci ist mit einem Umsatz von über 33 Mrd. EUR (2025), allein in seinem Construction-Segment, der größte Baukonzern Europas. Daneben sind sie mit dem Segment Energy Solutions (29,6 Mrd. EUR Umsatz in 2025) einer der größten Anbieter von Dienstleistungen in den Bereichen Energieinfrastruktur, industrielle Automatisierung und ICT (Information and Communication Technology).
Das Kronjuwel ist jedoch ihr kleinstes, dafür aber profitabelstes Segment (Operative Marge von 47%). Und zwar handelt es sich hierbei um das Segment Concessions (13,1 Mrd. EUR Umsatz in 2025), in welchem sie die Finanzierung, den Bau und den Betrieb von Infrastruktureinrichtungen übernehmen und dafür über jahrzehntelange Verträge erhalten, die zuverlässig und inflationsgeschützte Einnahmen generieren. So ist die Vinci Gruppe z.B. mit über 70 Flughäfen in 14 Ländern einer der weltweit größten Flughafenbetreiber und betreiben mit ca. 4.443 km Mautstraßen fast die Hälfte des kompletten französischen Autobahnnetzes.
Darüber hinaus ist der Vinci Konzern ein sehr dezentral geführtes Unternehmen mit insgesamt über 4.300 Geschäftseinheiten und damit extrem antifragil aufgestellt. Das Unternehmen produziert sehr hohe Cashflows und bietet zudem eine verlässliche Dividende von aktuell fast 4% (franz. Quellensteuer beachten).
Vinci ist keine Kursrakete, aber dafür ein solides, zuverlässiges und nahezu unzerstörbares und nicht durch KI zu disruptierendes Unternehmen, welches ich plane über die nächsten Dekaden zu halten und die Position weiter auszubauen.
Performance Q1 2026
Mit -6,8% im ersten Quartal liegt die Performance unter den Benchmarks des MSCI World (-3,3%) und S&P500 (-4,6%). Das ist natürlich nichts, wofür man sich auf die Schulter klopfen kann, aber ich bin damit fein und bleibe hier erst einmal entspannt. Das liegt daran, dass ich nach wie vor von allen Positionen im Portfolio überzeugt bin und diese durch die Bank aktuell eher unterdurchschnittliche Bewertungsniveaus aufweisen. Dementsprechend bin ich hier mittel- bis langfristig davon überzeugt, die Underperformance wieder wett machen zu können.
Das war jetzt deutlich mehr Inhalt, als ich eigentlich vor hatte zu schreiben, aber ich hoffe Du hast trotzdem bis zum Ende durchgehalten und konntest etwas mitnehmen.
Ansonsten bleibt mir nur noch, Dir ein frohes Osterfest und ein paar erholsame freie Tage zu wünschen!