Kauf: Fresenisus SE & Co. KGaA (WKN: 578560)

Die Aktie der Fresenius SE habe ich schon seit längerem auf der Watchlist und konnte nun endlich in der letzten Woche meine ersten Anteile erwerben. Mit diesem Beitrag möchte ich euch an meinen Beweggründen für den Kauf teilhaben lassen.

Fresenius ist ein global tätiger Gesundheitskonzern mit Sitz im hessischen Bad Homburg vor der Höhe, ist mit über 260.000 Mitarbeitern in über 100 Ländern tätig und gliedert sich in die folgenden vier Unternehmensbereiche:

Fresenius MEDICAL CARE (Beteiligung = 31%)

  • Dialyseprodukte und Gesundheitsdienstleistungen
  • Umsatz 2016 = 16,09 Mrd. €

Fresenius KABI (Beteiligung = 100%)

  • Arzneimittel, Klinische Ernährung, Infusionstherapie, Medizintechnische Produkte / Transfusionstechnologie
  • Umsatz 2016 = 6,01 Mrd. €

Fresenius HELIOS ( Beteiligung = 100%)

  • Krankenhaus-Trägerschaft (Betreiber von 112 Kliniken)
  • Umsatz 2016 = 5,84 Mrd. €

Fresenius VAMED (Beteiligung = 100%)

  • Projekte und Dienstleistungen für Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen
  • Umsatz 2016 = 1,16 Mrd. €
Fundamentale Daten

Mit einer Marktkapitalisierung von ca. 37 Mrd. € gehört Fresenius zu den 10 größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland und ist darüber hinaus auch eines der erfolgreichsten!

Seit 2004 (7,27 Mrd. €) konnten die Umsätze jedes Jahr aufs Neue gesteigert (2016 = 29,1 Mrd. €) und dabei der Verschuldungsgrad sukzessive zurückgefahren werden (von 3,03 auf 1,99). Dies ist für mich Ausdruck eines wachstumsstarken und profitablen Geschäftsmodells und hat sich seit Jahren auch im Kursverlauf der Aktie wiedergespiegelt.

Dass diese Erfolgsgeschichte auch in die Zukunft projiziert werden kann, dafür spricht die steigende Nachfrage nach Gesundheitsprodukten und – dienstleistungen aufgrund der stetig wachsenden und immer älter werdenden Weltbevölkerung.

Weiterhin hat Fresenius im letzten Jahr den spanischen Klinikbetreiber Quironsalud für insgesamt 5,76 Mrd. € gekauft, was zugleich die größte Übernahme der Unternehmensgeschichte darstellt. Mit dieser Aquisition hat man für den Geschäftsbereich HELIOS einen wichtigen strategischen Schritt gewagt und die Stellung als größter Klinikbetreiber Europas untermauert.

Die Rekordübernahme trägt im 1. Halbjahr 2017 bereits erste Früchte. So konnte man den Konzernumsatz um 19% auf 16,89 Mrd. € (2016 = 14,22 Mrd. €), dass EBIT (operatives Ergebnis) um 20% auf 2,39 Mrd € (2016 = 1.987 Mrd. €) und den Gewinn sogar um 23% auf 916 Mio. € (2016 = 736 Mio. €) steigern. Auch die EBIT-Marge zog in den ersten beiden Quartalen 2017 von 14,0% (1. HJ 2016) auf nunmehr 14,2% an.

Für das Gesamtjahr 2017 wird der Umsatz auf 34,10 Mrd. € (+ 17,2%), das EBIT auf 4,95 Mrd. € (+ 16,0%) und der Gewinn auf 1,86 Mrd. € (+ 19,1 %) prognostiziert und hat sich in den ersten beiden Quartalen 2017 bereits bestätigt.

Auch in den kommenden Jahren soll es weiteres Wachstum geben. So soll im Jahr 2020 der Umsatz auf ca. 45 Mrd. € (Zielmarke zwischen 43 und 47 Mrd. €) und der Gewinn auf ca. 2,55 Mrd. € (Zielmarke zwischen 2,4 und 2,7 Mrd. €) ansteigen. Dies würde für den Umsatz eine durchschnittliche Wachstumsrate von ca. 8,7%/Jahr und für den Gewinn von ca. 10,5%/Jahr bedeuten und zeigt auf, welche Wachstumschancen dieses Unternehmen auch in Zukunft noch hat.

Dividendenpolitik

Was für mich als Investor ebenfalls eine nicht unwichtige Bedeutung hat und in meine Entscheidungsfindung hineinfließt ist die Dividendenpolitik des jeweiligen Unternehmens.

Die Kontinuität, also eine regelmäßig steigende bzw. mindestens gleichbleibende Dividende, hat für mich dabei einen hohen Stellenwert und kann bei Fresenius als exzellent bezeichnet werden.

Seit dem Jahr 2000 hat das Unternehmen die Dividende nicht einmal ausfallen lassen, sondern ganz im Gegenteil, diese Jahr für Jahr um durchschnittlich 12% erhöht. Selbst in den Krisenjahren 2008 und 2009 (Lehman-Pleite) hat man an dieser kontinuierlichen Dividendenpolitik festgehalten, ohne dabei die Dividenden aus der Substanz zu zahlen, was für mich als Investor ein starkes Zeichen für die Qualität dieses Unternehmens ist.

Die Dividendenrendite ist mit zur Zeit ca. 1,1% dagegen alles andere als spektakulär und eigentlich in einem Bereich der für mich eher uninteressant ist. Bei meinen Investmententscheidungen lege ich grundsätzlich schon ein großes Augenmerk auf den zu erwartenden Cashflow (Stichwort „Passives Einkommen“) und dieser ist bei 1,1% nicht wirklich der Brüller.

So ist es auch nicht besonders verwunderlich, dass das Payout-Ratio bei lediglich ca. 21% liegt, womit ich momentan aber trotzdem ganz gut leben kann, da Fresenius aus meiner Sicht noch viel profitables Wachstum vor der Brust hat und somit die Gewinne besser im Unternehmen bleiben und investiert werden sollten um diese Zukunftschancen auch maximal ausschöpfen zu können.

Aktienbewertung

Neben den fundamentalen Daten kommt es bei der Abwegung der Investitionsentscheidung aber natürlich auch auf die Bewertung der jeweiligen Aktie an. Im Falle von Fresenius lag der Kaufpreis bei 68,00 € und entspricht somit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 20,2, bezogen auf den zu erwartenden Gewinn in 2017 (3,36 € je Aktie).

Ein 20er KGV kann man im Allgemeinen nun nicht als unbedingt günstig ansehen. Betrachtet man allerdings einmal die jüngere Vergangenheit, so stellt man fest, dass Fresenius im Mittel der letzten 3 Jahre mit einem KGV von 24,6 weitaus höher bewertet war als heute. Zieht man den Kreis noch etwas größer und betrachtet den Durchschnitt der letzten 10 Jahre, kommt man auf ein mittleres KGV von 20,0 was in etwa dem von mir getätigten Kaufkurs entspricht.

Aufgrund der zuvor beschriebenen guten Zukunftsperspektiven und Wachstumschancen von Fresenius würde ich die aktuelle Bewertung dementsprehcend als fair bezeichnen! Dazu kommt, dass es durch die Notenbankpolitik und den aktuellen Immobilienboom für Investoren momentan kaum Alternativen zum Aktienmarkt gibt. Ich kann mir daher vorstellen, dass Fresenius in naher Zukunft vielleicht auch wieder in die Bewertungsrange der letzten 3 Jahre reinläuft, was einem Kurspotential von über 20% entspräche.

Alles zusammen genommen sehe ich hier aktuell zumindest eine sehr gute Einstiegschance. Bei einem weiteren Kursverfall würde ich definitiv nachkaufen!

Am Ende sei nochmal erwähnt, dass dieser Beitrag keine Empfehlung zum Kauf ist, sondern lediglich meine ganz persönliche Meinung darstellt.

Ich hoffe der Beitrag hat euch gefallen und mich würde natürlich stark interessieren, wie eure Meinung zu der Aktie ist.

Stay finatic!

 

Bildquelle: Thommy Weiss / pixelio.de

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