Investieren anstatt spekulieren!

So ziemlich jeden Tag werden Fragen, wie „Ist die Aktie XY ein Kauf?“ oder „Aktie XY ist 10% gesunken. Jetzt noch schnell kaufen bevor sie wieder steigt?“, in den einschlägigen Facebookgruppen gestellt.

Grundlegend ist es nicht falsch, sich andere Meinungen über ein potentielles Investment einzuholen, doch in den meisten Fällen scheuen diese Personen den Aufwand für ein eigenes Research, wodurch sie in vielen Fällen fremdbestimmt handeln und keine Ahnung haben, was sie eigentlich tun.

In dem Buch „Intelligent Investieren“ von Benjamin Graham, dem Urvater des Value Investing und Lehrmeister von Warren Buffett, wird der Unterschied zwischen einem Investor und einem Spekulanten wie folgt definiert: „Eine Kapitalanlage liegt dann vor, wenn sie nach gründlicher Analyse die Sicherheit des eingesetzten Kapitals und einen angemessenen Gewinn verspricht. Anlagen, die diesen Kriterien nicht entsprechen, sind spekulativ.“

Dieses Buch war eines der ersten, welches ich zum Thema „Investieren“ gelesen habe und diese Sätze sind mir bis heute in Erinnerung geblieben. Sie sind absolut logisch und auch einfach zu verstehen, trotzdem handeln nur die wenigsten Leute danach.

Ich glaube dies liegt vor allem daran, dass wir heute überproportional mit Informationen versorgt werden und uns diese quasi unbegrenzt und zu jeder Zeit selbst zur Verfügung stehen. Ob auf anderen Internetblogs, Finanzseiten, Facebook, Twitter, Youtube oder dem Fernsehen. Jeden Tag kann ich zahlreiche Informationen über nahezu jedes halbwegs große Unternehmen in der Welt bekommen.

Wenn mir heute jemand sagt, „Ich habe die Aktie XY gekauft“, finde ich mit großer Wahrscheinlichkeit innerhalb von wenigen Minuten eine Handvoll Argumente, warum diese Aktie ein schlechter Kauf war und ich glaube das sie viel eher im Wert fallen wird.

Die Kunst ist es, diese Informationsflut filtern und einordnen zu können. Nur weil in irgendeinem Finanzblatt, Forum oder sonst irgendeiner Quelle behauptet wird das Appel Probleme mit der Produktion seines neuen Iphone hat, ist das noch lange kein Grund daraufhin in Panik zu verfallen und seine Anteile auf den Markt zu schmeißen. Erstens sind diese Behauptungen oftmals aus der Luft gegriffen und zweitens hätte dieser Umstand, sollte er sich bewahrheiten, trotzdem keinen Einfluss auf meine Entscheidung die Aktie zu halten oder zu verkaufen.

Ich investiere in Unternehmen wie Appel, weil ich glaube das diese auch in den nächsten 10 Jahren noch sehr erfolgreich sein werden und mir als Investor einen angemessenen Gewinn, aller Graham, bescheren werden (Dies ist keine Anlageempfehlung!). Ob es da in einem Quartal mal Probleme mit der Produktion gab ist für mich dabei vollkommen irrelevant!

Welche Fragen sollte man sich nun also indes vor einem Investment stellen und beantworten können? Für mich sind das die folgenden:

Verstehe ich das Geschäftsmodell des jeweiligen Unternehmens?

Kann ich das Unternehmen bewerten und mit Konkurrenzunternehmen vergleichen?

Kann ich einschätzen, ob das Unternehmen auch in 10 Jahren noch erfolgreich sein wird (Stichwort: „Burggraben“)?

Gibt es noch andere Alternativen die ggf. ein besseres Investment darstellen können?

Desto ehrlicher und gewissenhafter man sich diese Fragen beantworten kann, desto sicherer wird man bei seinen Investmententscheidungen werden und desto höher wird auch die persönliche Rendite ausfallen.

Kann ich diese Fragen nur rudimentär oder gar nicht beantworten, wird das Investment kein Investment, sondern eine Spekulation mit ungewissem Ausgang sein.

Stay finatic!

 

Bildquelle: Henry Klingberg / pixelio.de

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