Meine Dividenden-Strategie!

Im heutigen Beitrag möchte ich dir meine Anlagestrategie vorstellen, mit deren Hilfe ich privat investiere und in der die Dividende eine wesentliche Rolle einnimmt.

Doch bevor wir ins Detail gehen, möchte ich vorab noch kurz erläutern, warum eine Strategie so wichtig ist. Eine Strategie, man kann es auch Plan oder Taktik nennen, ist in fast allen Lebensbereichen ein unverzichtbarer Faktor um erfolgreich zu sein. Ob im Job, dem eigenen Unternehmen, im Sport oder in einer Beziehung, Planlosigkeit hat noch niemanden vorwärts gebracht, geschweige denn erfolgreich gemacht.

Ebenso gilt dies auch für die Aktienanlage bzw. für das investieren allgemein. Eine Strategie hilft dir deine Entscheidungen auf Basis festgelegter Kriterien zu treffen und deine Kauf- und Verkaufentscheidungen nicht mehr auf der Grundlage von Meinungen anderer oder deinem Gefühl zu tätigen. Dadurch wird man sich ganz automatisch mit verschiedenen Aspekten der Aktienanalyse beschäftigen, z.B. dem verstehen von Geschäftsmodellen, mit fundamentalen Unternehmensdaten und Bewertungsmethoden oder auch charttechnischen Betrachtungsweisen.

Nun aber mal zur eigentlichen Strategie. Wie oben schon beschrieben liegt bei meinen Anlageentscheidungen ein wesentlicher Fokus auf der Dividende. Die Dividende ist mir deshalb so  wichtig, da sie mir ein regelmäßigen Cashflow ermöglicht, ohne das ich dabei Aktien wieder verkaufen muss. Über einen Anlagehorizont von 20-30 Jahren sollte damit ein ordentliches passives Einkommen möglich sein und wenn es gut läuft winkt vielleicht sogar die finanzielle Freiheit 🙂

Die Dividendenrendite spielt bei meiner Strategie dabei keine so tragende Rolle, da ich andere Aspekte, vor allem bei einem seh langen Anlagehorizont, für wesentlich wichtiger erachte.

Im ersten Step halte ich mich im wesentlichen an die folgenden Kriterien:

1. Kontinuität

Da ich langfristig investiere ist Verlässlichkeit dabei eines der höchsten Güter. Daher sollte ein Unternehmen in das ich investiere mindestens seit 10 Jahren ununterbrochen eine Dividende zahlen, ohne diese jemals gekürzt zu haben. 10 Jahre entsprechen in etwa einem Wirtschaftszyklus in dem es statistisch gesehen regelmäßig zu einer Korrektur am Aktienmarkt kommt. Kann ein Unternehmen in solchen Zeiten die Dividende aufrecht erhalten oder sogar steigern, ohne diese aus der Substanz zu zahlen, dann ist dies für mich ein klares Qualitätsmerkmal.

2. Ausschüttungsquote

Die Ausschüttungsqoute sollte im Mittel der letzen 3 Jahre maximal bei 75% liegen. Damit ist gewährleistet, dass immer ein gewisser Puffer für weitere Erhöhungen vorhanden ist bzw. auch mal ein schlechtes Jahr ohne Kürzung überbrückt werden kann. Auf ein Minium habe ich mich bisher nicht festgelegt, da das Pay-Out bei Wachstumswerten naturgemäß automatisch niedrig sein wird und ich auf diese Werte in meinem Portfolio nicht verzichten möchte.

3. Optimales Renditepotential

Bei der Dividendenrendite ist das Maximum natürlich nicht begrenzt, wobei eine überdurchschnittlich hohe Dividendenrendite ein Indiz dafür sein kann, dass etwas nicht stimmt. Die Untergrenze habe ich für mich bei 1,5% definiert. Das hört sich jetzt erst einmal sehr wenig an, doch ist bei einem langfristigen Anlagehorizont vor allem das Wachstum von elementarer Bedeutung. So kann eine Aktie mit einer niedrigen Rendite und einem starken Wachstum beispielsweise deutlich atraktiver sein, als eine Aktie mit einer hohen Dividendenrendite, die jedoch nur noch sehr langsam wächst oder vielleicht sogar stagniert. Dementsprechend versuche ich die in Frage kommenden Aktien auf Basis der zu erwartenden Dividendenrendite innerhalb der kommenden 10 Jahre zu filtern, wofür ich wiederum das durchschnittliche Wachstum der vergangenen 5 Jahre betrachte und zusätzlich die Schätzungen von Analysten heranziehe.

Habe ich eine Aktie gefunden die in mein Portfolio passt, schaue ich mir dieses Unternehmen genauer an und versuche erst einmal das Geschäftsmodell zu verstehen. Denn wenn ich in ein Unternehmen investiere ist es von elementarer Bedeutung zu verstehen, was dieses Unternehmen macht und wodurch es seine Gewinne erzielt. Verstehe ich dies nicht (und das ist durchaus öfters der Fall), dann kann ich dementsprechend auch nicht guten Gewissens in diese Unternehmen investieren.

Ist auch das Geschäftsmodell verstanden geht es weiter. Als nächstes versuche ich die aktuelle Unternehmenssituation nachzuvollziehen indem ich die aktuellen Nachrichten und den aktuellen Geschäftsbericht näher betrachte. Ich muss gestehen, dass ich mir dabei nicht den kompletten Geschäftsbericht angucke, sondern lediglich die für mich interessanten Passagen. Das sind im wesentlichen der aktuelle Lagebericht, die Geschäftszahlen, sowie die Bilanz. Dabei schaue ich mir natürlich auch einige Kennzahlen, wie die Eigenkapitalquote, sowie die Entwicklung des Umsatzes, des Operativen Ergebnisses, des Gewinns und deren Margenentwicklung an. Diese Vergleiche ich dann mit Unternehmen aus der selben Branche um zu sehen wie Wettbewerbsfähig das von mir untersuchte Unternehmen ist. Dies ist für mich äußerst wichtig, denn ich möchte ja schließlich in die bestmöglichen Unternehmen investieren und sicher sein, dass meine Investition sich auch in vielen Jahren noch rentieren wird.

Abschließend betrachte ich als letzten Schritt die aktuelle Unternehmensbewertung in Form des KGV. Hierbei schaue ich mir das aktuelle Niveau an und vergleiche es mit dem Durchschnitt der letzten 10 Jahre, sowie mit den aktuellen KGVs von Unternehmen aus der selben Branche. Kommt bei dieser Analyse heraus, dass sich die Bewertung in einem für mich akzeptablen Rahmen befindet, werde ich die Aktie kaufen. Ist die Bewertung dagegen übertrieben, kommt der Wert erst einmal auf meine Watchlist und wird ggf. erst in einer nächsten Korrektur gekauft.

Ein gutes Beispiel hierfür ist die Aktie von Fielmann. Diesen Wert finde ich äußerst interessant und habe ihn schon seit einiger Zeit auf meinem Zettel. Allerdings halte ich das aktuelle KGV von 35 für deutlich übertrieben, da der Durchschnitt der letzten Jahre bei lediglich ca. 25 lag. Dies zeigt für mich, dass diese Aktie aktuell heiß gelaufen und somit kein Kauf mehr ist.

Ich hoffe ich konnte euch meine Vorgehensweise grob und trotzdem verständlich skizzieren. Solltet ihr noch fragen haben, nutzt die Kommentarfunktion oder schreibt mich über Facebook an.

Stay finatic!

 

Bildquelle: birgitH  / pixelio.de

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