Impressionen vom Düsseldorfer Börsentag 2017

Am vergangenem Samstag fand der 13. Börsentag in Düsseldorf statt und war meiner Meinung nach ein voller Erfolg!

Sehr beeindruckend und unterhaltsam fand ich den Auftaktvortrag von Marc Tüngler, dem Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. (DSW). Es wurde sehr anschaulich deutlich gemacht, welche Makroökonomischen Faktoren einen wesentlichen Einfluss auf unsere Börsen haben und das diese (niedrige Zinsen, niedrige Rohstoffkosten, niedrige Lohnkosten und niedrige Währung) für Deutschland so gut wie nie zuvor stünden. Da klingt es doch nur zu logisch, dass Aktien die in diesem günstigen Umfeld bisher nicht performen konnten, dies wohl auch in Zukunft nicht tun werden!

Zutreffend fand ich auch den folgenden Vergleich:

Bei Aktien sollte man sich vor allem auf die fundamental starken Werte konzentrieren und sich dabei von aktuellen Kursschwankungen nicht beeinflussen lassen. Vielmehr sollte man Aktien wie eine Immobilie behandeln. Bei der steht schließlich auch nicht jeden Tag der aktuelle Wert angeschlagen. Man weiß aber, dass sie eine gute Lage hat, eine gute Bausubstanz besitzt und die Technik ebenfalls voll funktionsfähig ist. Solange der Besitzer seine Immobilie nicht verkaufen will, interessiert ihn der aktuelle Marktpreis nicht und diesen Blickwinkel sollte man auch bei Aktien einnehmen. Börse kann manchmal so einfach sein 😉

Ein weiterer wichtiger Themenblock, war die Digitalisierung. Dieses Thema treibt momentan alle um, da es einen riesigen Einfluss auf unser Leben und unsere Unternehmen nimmt. Dieser Einfluss wird sich in Zukunft noch sehr viel stärker beschleunigen und somit zu einigen Umwälzungen in der Wirtschaft und an den Börsen führen.

Das diese Umwälzungen bereits in vollem Gange sind, zeigte das Beispiel booking.com. Wer heute ein Hotel führt und seine Besucherzahlen optimieren will, der kommt an einer Onlineplattform wie booking.com nicht mehr vorbei. Ist man dort einmal erfolgreich unterwegs, wird der Anbieter etwas vom Kuchen abhaben wollen und die Preise erhöhen. Geht der Hotelbesitzer auf diese Forderung nicht ein, wird er sich wundern, wie schnell die vorher noch so guten Bewertungen rapide abnehmen und die ersten Besucherrückgänge zu verzeichnen sind. Dies wird der Portalbetrieber so lange weiterpraktizieren, wie die Opportunitätskosten für einen Verzicht auf die Onlineplattform größer als die erhöhten Preise sind. Und genauso funktioniert auch die Strategie von Amazon, die momentan den Einzelhandel aufmischen, oder Uber (Taxiapp), die in den USA den Job des Taxifahrers ersetzt hat.

Das Thema Digitalisierung bleibt in jedem Fall ein sehr spannendes und wird uns in den nächsten Jahren sicherlich noch stark beschäftigen.

Einen Vortrag den ich mir ebenfalls nicht entgehen lassen wollte war „Cool bleiben und Dividenden kassieren: Mit Aktien raus aus der Nullzinsfalle“ von Christian W. Röhl. Da ich das gleichnamige Buch bereits vor einiger Zeit gelesen habe und privat eine ähnliche Anlagestrategie verfolge, war ich darauf natürlich besonders gespannt.

Die Strategie besteht aus vier wesentlichen Aspekten.

1. Kontinuität

Das Unternehmen muss mindestens 10 Jahre in Folge, ohne Kürzung, eine Dividende gezahlt haben. Die 10 Jahre sind dabei nicht willkürlich gewählt. Sie entsprechen in etwa einem Wirtschaftszyklus, in dem es historisch gesehen immer auch zu wirtschaftlichen Turbulenzen kommt. Zahlt ein Unternehmen in solchen Zeiten weiterhin eine stabile oder vielleicht sogar wachsende Dividende, kann dies als ein Qualitätsmerkmal angesehen werden.

2. Payout

Die Ausschüttungsquote sollte gemittelt über die letzten 3 Jahre zwischen 25% und 75% liegen. Dadurch ist gewährleistet, dass das Unternehmen nicht zu viel (Substanzverlust), aber auch nicht zu wenig Ausschüttet. Schließlich will man als Anleger am Gewinn des Unternehmens partizipieren.

3. Rendite

Die kumulierte Dividendenrendite der letzten 5 Jahren sollte mindestens bei 1% p.a. liegen. Alles was darunter liegt, ist eine Alibidividende und fällt somit durchs Raster.

4. Wachstum

Sind die drei zuvor genannten Kriterien erfüllt, werden die Unternhemen, die im letzten Jahr ihre Dividende angehoben haben, nach ihrem prozentualem Dividendenwachstum aufgelistet, wobei lediglich die besten 50 Firmen das Prädikat DividendenAdel erhalten.

Darüber hinaus wurden diverse europäische Unternhemen vorgestellt, die aktuell zum DividendenAdel zählen und in keinem guten Dividendenportfolio fehlen sollten.

Wer sich mit dieser Thematik noch intensiver beschäftigen möchte, dem empfehle ich das zuvor genannte Buch „Cool bleiben und Dividenden kassieren“ bzw. die Internetseite www.dividendenadel.de.

Abgerundet wurde der Tag durch den Börsendino, Herman Kutzer, der die anwesenden Zuhörer auch noch nach 6 Stunden Vortragsreihe durch seine unnachahmliche Art zu begeistern wusste.

Als Fazit möchte ich folgendes festhalten:

In all den Vorträgen wurde eines ganz klar. Es gibt keine goldene Anlagestrategie, keinen perfekten Einstiegszeitpunkt und schon gar nicht kann man durch Aktien über Nacht reich werden. Bei der Aktienanlage geht es vor allem darum, seine persönliche Wohlfühlstrategie zu finden, mit der man psychisch klar kommt und diese langfristig umsetzten kann. Denn trotz aller Marktschwankungen, werden sich gute Unternehmen langfristig immer durchsetzen und eine Rendite für den Anleger erzielen.

Stay finatic!

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